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Schlaganfall

Ein Schlaganfall (Apoplex,Hirninfarkt) kann ausgelöst werden durch eine plötzliche Minderdurchblutung eines Gehirnareals oder durch eine Hirnblutung. Dabei kommt es zum Untergang von Nervenzellen.

Symptome

Jedes Gefäß hat ein bestimmtes Versorgungsgebiet im Gehirn, und jede Hirnregion ist für unterschiedliche Körperfunktionen zuständig. Daher können bei Schlaganfällen unterschiedliche Symptome auftreten.

Einige Symptome können jedoch auch unabhängig vom betroffenen Gefäß oder der betroffenen Hirnregion auftreten. Dazu zählen:

  • Bewusstseinsstörung
  • Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Babinski-Reflex
  • Hirnnervenbeteiligung mit entsprechenden Symptomen, z. B. Schluckstörungen, Abweichen der Zunge beim Herausstrecken, Blicklähmungen

Am häufigsten ist die Arteria carotis interna mit 50 Prozent aller Schlaganfälle betroffen, in 25 Prozent der Fälle die Arteria cerebri media.

Folgende Symptome treten vorrangig auf, wenn die A. carotis interna oder die A. cerebri media betroffen sind.

  • Hemiplegie– vollständige Lähmung einer Körperhälfte
  • Hemiparese– inkomplette Lähmung einer Körperhälfte
  • Halbseitige Lähmung des Gesichts
  • Sensibilitätsstörungen der betroffenen Körperhälfte
  • Wahrnehmungsstörung der betroffenen Körperhälfte
  • Sehstörungen– Hemianopsie, Quadrantenanopsie – auf beiden Augen wird die Hälfte oder ein Viertel des Gesichtsfeldes nicht mehr wahrgenommen
  • Herdblick– die Augen schauen zur betroffenen Gehirnhälfte 
  • Doppelbilder
  • Aphasie (Sprachstörungen)
  • Schluckstörungen
  • Apraxie– Unfähigkeit, bestimmte Handlungen durchzuführen, z.B. Telefonieren

Ist der hintere Hirnkreislauf betroffen, genauer gesagt die Arteria cerebri posterior, können folgende Symptome im Vordergrund stehen.

  • Schwindel
  • Nystagmus – Augenzittern mit langsamer Bewegung in der einen und schneller nachfolgender Bewegung in der entgegengesetzten Richtung
  • Gangunsicherheit
  • Ataxie – Störung der Bewegungsabläufe mit z. B. überschießenden Arm- und Handbewegungen
  • Tremor (Zittern)
  • Doppelbilder
  • Blickparesen (Blicklähmungen)
  • Hinterkopfschmerzen
  • Verminderter Lidschlag

Je nach Lokalisation der Schädigung – rechte oder linke Gehirnhälfte – treten ebenfalls unterschiedliche Symptome auf.

Ursachen

Ein Apoplex (Schlaganfall) wird entweder durch ein verstopftes Gefäß und eine dadurch ausgelöste Minderdurchblutung des Gehirns – ischämischer Infarkt – oder durch eine Hirnblutung – hämorrhagischer Infarkt

Ischämischer Infarkt

Es ist möglich, dass sich in den Blutgefäßen aufgrund einer Ahterosklerose (Arterienverkalkung) Thromben (Blutgerinnsel) bilden. Kommt es zur Ablösung eines solchen Thrombus, gelangt dieser in den Blutkreislauf und kann ein Gefäß, dessen Durchmesser kleiner ist als der Thrombus, verstopfen - man bezeichnet diesen Vorgang als Embolie.

Bei entsprechender Dauer der Durchblutungsstörung kommt es zum Abstreben von Nervenzellen und somit zum Verlust von Gehirnfunktionen.

Bei einem hämorrhagischen Infarkt kommt es zu einer Massenblutung im Gehirn durch den Riss eines Gefäßes. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben.

Meist handelt es sich um die Folge einer (Bluthochdruck) in Verbindung mit Ahterosklerose.

Auch eine angeborene oder erworbene Blutungsneigung (Thrombophilie)  kommt als Ursache für diese Form des Schlaganfalls in Frage.

Eine Gefäßfehlbildung im Sinne eines Angioms (Neubildung von Gefäßgewebe) oder eines Aneurymas (Ausweitung eines Blutgefäßes) kann ebenso einen hämorrhagischen Schlaganfall verursachen.

Nachfolgend biographische Ursachen eines Apoplexes

  • Alter- nach dem 55. Lebensjahr Verdoppelung des Risikos alle 10 Jahre
  • Geschlecht- Männer sind häufiger betroffen als Frauen
  • Genetische Prädisposition-sind Verwandte ersten Grades betroffen, erhöht sich das Risiko um das 1,9-fache
  • Kardiovaskuläre Ereignisse in der Familie
  • Schlaganfall in der Vorgeschichte

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Rauchen
  • Alkoholabusus – es gibt eine lineare Beziehung zwischen dem Ausmaß des Alkoholkonsums und dem Apoplexrisiko
  • Drogenkonsum
  • Bewegungsmangel

 Krankheitsbedingte Ursachen

  • Hypertonie(Bluthochdruck)
  • Diabetes mellitus
  • Atherosklerose - Gefäßverkalkung
  • Adipositas – Übergewicht sowie androide Körperfettverteilung erhöhen das Risiko
  • Herzrhythmusstörungen, z. B. Vorhofflimmern
  • Koronare Herzerkrankung
  • Ein erst kurze Zeit zurückliegender Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Hyperkoagulopathien – Gerinnungsstörungen, welche mit einer erhöhten Gerinnbarkeit des Blutes einhergehen
  • Vorausgegangene TIA - transitorische ischämische Attacke
  • Fettstoffwechselstörung– erhöhtes Cholesterin
  • C-reaktives Protein - insbesondere hochsensitives CRP (hs-CRP)
  • Erhöhter Homocystein-Spiegel
  • Erythrozytose – erhöhte Anzahl roter Blutkörperchen

Verursachende Medikamente

  • orale Antikonzeption– die „Pille“ – kann das Schlaganfallrisiko leicht erhöhen

Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen, die durch einen Apoplex (Schlaganfall) mit bedingt sein können

  • Depression
  • Hirnödem– Anschwellung von Hirngewebe und Anstieg des Hirndrucks
  • Epilepsie (Krampfanfälle)
  • Demenz
  • Morbus Alzheimer
  • Beinvenenthrombose– fast 70% mit ischämischem Schlaganfall und Hemiplegie (Halbseitenlähmung) erleiden ohne Thromboseprophylaxe eine tiefe Beinvenenthrombose und 20 Prozent eine Lungenembolie
  • Aspirationspneumonie – Lungenentzündung infolge Aspiration (Einatmen) von Speichel, Erbrochenem oder Nahrung durch Dysphagie (Schluckstörungen)
  • Lungenembolie – Verstopfung eines Lungengefäßes
  • Dekubitalgeschwür 
  • Paresen (Lähmungen)
  • Harnwegsinfekte
  • Fehlernährung
  • Volumenmangel

Diagnostik

  • Anamnese - mit Familienanamnese, psychosozialer und Medikamenten Anamnese
  • körperliche Untersuchung
  • Body-Mass-Index (BMI) 
  • Gesundheits-Check beziehungsweise Gesundheits-und Aging-Check

Laboruntersuchungen

  • Quick, PTT
  • Blutbild
  • Troponine und CK (Creatininkinase) – Ausschluss einer Myokardschädigung
  • Blutglucose, HbA1c
  • Kreatinin
  • Elektrolyte (Calcium, Natrium, Kalium)
  • Leberwerte (GOT, GPT, γ-GT)
  • Messung des Arterioskleroserisikos (Arterienverkalkung) durch Bestimmung von     LDL-, HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Lipoprotein(a), Homocystein, Fibrinogen, hsCRP
  • TSH– zum Ausschluss einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Urinstatus, Mikroalbumintest

Medizingerätediagnostik

  • CT - schnittbildgebendes Verfahren (Röntgenaufnahmen)  zur Unterscheidung zwischen ischämischem und hämorrhagischem Infarkt
  • MRT - Magnetresonanztomographie
  • Dopplersonographie– Ultraschall der Hirngefäße zur Feststellung von Strukturveränderungen, z.B. Atherosklerose (Arterienverkalkung)
  • Angiographie (Röntgenkontrastmitteluntersuchung der Blutgefäße) - bei Hirnblutungen zum Auffinden von Aneurysmen 
  • EKG (Elektrokardiogramm) - zur Feststellung von Herzrhythmusstörungen
  • Echokardiographie

Prävention

Zur Prävention des Schlaganfalls muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren  (siehe unter Ursachen) geachtet werden.

Im Rahmen der Vitalstoffmedizin werden zur Vorbeugung (Prävention) und auch zur Unterstützung der Therapie Vitalstoffe (Mikronährstoffe) eingesetzt.

Therapie:

Thrombolysetherapie

Diese Maßnahme dient zur Auflösung eines Blutgerinnsels, welches eines der Hirngefäße verstopft und so den Schlaganfall ausgelöst hat. Hierzu wird ein blutgerinnungshemmendes Medikament verabreicht. Diese Therapie muss innerhalb der ersten drei Stunden nach einem Schlaganfall erfolgen und wird mit rekombinantem Gewebsthromboplastinaktivator (rTPA) als intravenöse Behandlung durchgeführt.

Thrombozystenaggregationshemmung

Um einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen, erfolgt eine medikamentöse Prophylaxe mittels ASS (Acetylsalicylsäure) oder Clopidogrel. Durch Gabe von ASS nach Schlaganfall zeigen sich weniger Todesfälle und weniger Rezidiv-Schlaganfälle.

Operative Therapie

Hämorrhagischen Insulte infolge Aneurysmablutung müssen in einigen Fällen operativ behandelt werden. Häufig werden dabei Aneurysmen (Ausweitungen der Gefäßwand) durch einen Clip verschlossen.

Ein Hirnödem kann ebenfalls einen operativen Eingriff notwendig machen, z.B. Implantation eines Abflusssystems.

Zur Prophylaxe, das heißt zur Vorbeugung eines Schlaganfalls kann eine Verengung der Arteria carotis (Halsschlagader) durch eine so genannte Thrombendarteriektomie (TEA) operativ behandelt werden. Dabei werden arteriosklerotische Plaques entfernt.

Wir beraten Sie gerne, welche präventiven, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen für Sie optimal geeignet sind.